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M/S "Pasewalk", Typ Neptun - Y5LV -

03.09.1984 - 24.04.1985

Kapt. Wolfgang Schneider

Die knapp zwei Monate Freizeit sind sehr schnell vergangen. Wir stiegen in Rostock auf, es sollte unsere erste Fernostreise werden. Natürlich war es für alle eine große Umstellung. Die ganze Hektik im Hafen, die vielen "Gäste" und Besucher, immer wollte irgend jemand was von einem. Vor allem, wenn es was Gutes zu essen gab, war die halbe "Faultierfarm" an Bord. Ich habe mich immer gefragt, woher die lieben Kollegen es wussten, wann es wo Feines zu essen gab. 

Am zweiten Tag war schon das erste Verholen. So verging ein Hafentag nach dem anderen. Am 10. September war endlich Auslaufen, aber damit war der Wahnsinn noch nicht zu Ende. Als wir Rostock endlich hinter uns hatten, kam Kiel in Sicht, es folgten die Kanaldurchfahrt und Einlaufen in Hamburg um 15.30 Uhr. Um 21.00 Uhr war Auslaufen, es ging nach Rotterdam. Um 01.30 Uhr waren wir fest, gegen 14.00 Uhr liefen wir wieder aus in Richtung Antwerpen.

Endlich, am 16. September 1984, begann unsere "Traumreise". Neun Seetage folgten, für vier Stunden machten wir in Larnaca fest. Hier wurden viele Erinnerungen wach. Ehe wir richtig nachdenken konnten, waren wir schon auf dem Weg zum Suezkanal, rein – durch – raus. Nun begann der lange Trail. Wir bogen nicht bei Bab el Mandeb (Das Tor der Tränen) ab, sondern fuhren immer weiter Richtung Asien. Zuerst war die Herstellung des Verschlusszustandes durchzuführen, denn in der Straße von Malakka trieben sich Piraten herum. Man sollte es nicht glauben, Piraten im zwanzigsten Jahrhundert! Aber wir wären nicht das erste Schiff, was überfallen würde. Sie kamen auch nicht mit Segelschiffen und Krummsäbeln, sondern mit Schnellbooten und modernsten Handfeuerwaffen. 

Am 14.Oktober begannen die Vorbereitungen zum Festmachen mit der Ankerkette in Hongkong. Wir hatten ja schon Übung mit Anker von der Kette schäkeln usw. Leider war die Liegezeit sehr kurz, und schon am nächsten Tag ging es weiter nach Yokohama. Auch hier lagen wir nur Stunden - von 09.15 Uhr bis ca. 17.00 Uhr. Einen Tag später hieß unser nächster Hafen Kobe, knapp 24 Stunden lagen wir hier. 

Wir schreiben den 28.Oktober und sind schon wieder auf Heimreise, machen zuerst noch einmal in Hongkong halt. Es springt ein kleiner Landgang von knapp drei Stunden für mich heraus. Aber was sind schon drei Stunden, wo sich Hongkong fast täglich verändert. Von Hongkong versegelten wir nach Singapore, wieder ging alles sehr schnell. Am 16. November waren wir wieder im Suezkanal. Nach dem Suezkanal begannen die Vorbereitungen für Rostock, auch wenn noch einige westeuropäische Häfen noch folgten. 

Am 29. November liefen wir in Rostock ein und wieder begann die alte Tretmühle. Wir trafen Vorbereitungen für die nächste Reise, z.B. Proviant-und Ausrüstungsübernahme. Dann stieg ich ab. 

Am 3. Januar 1985 stieg ich schon mit einer richtigen Grippe auf M/S "Glauchau" auf, aber ich hielt nicht durch und wurde nach Hause geschickt. M/S "Glauchau" lief am 7. Januar ohne mich aus. Es folgte eine sehr lange Auszeit. Am 15. April war ich aber wieder in Rostock in der Springerabteilung. Mein erstes Schiff sollte die "Sonneberg" sein. Am 22. April half ich auf M/S "Fürstenberg" aus, und am 25. April war ich auf M/S "Rabenau", mit der ich auch mitfahren sollte.

Gerhard

   

Unsere DSR-Seefahrt - Kap. 17 - PWALK3: 21.08.2015

   

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