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Mein Viertes: M/S "Rudolf Breitscheid", Typ XA - DEVG -

01.08.1975 - 02.02.1976

(Kapitän Dippert / Kapitän Freimut Oehm)

Keine Leute, keine Leute. Am 30. Juli 1975 war ich schon wieder an Bord, und schon wieder ein anderes Schiff - anderes Ladegeschirr, andere Lukenabdeckung, andere Besatzung. 

Was wird diese Reise wohl bringen? Schon der erste Eindruck war ganz anders als auf der "Frieden", es war alles lockerer, freundlicher, der ganze Umgangston war einfach anders. Diese Reise sollte uns über Westeuropa nach China und Nordkorea führen - dorthin, wo ich gerade herkam. Unser Reiseleiter war Kapitän Dippert, aber wer war noch alles mitgefahren? Koch (Klötie), II.NO. Tesch, III.NO. Bütow, Funker Huck (Hacki), I.NG. Peschel, II.NG. Rogge, III.ING. Knoreck, Eisbär Apel, Assi Hildebrandt und die ganzen Maschinenlords, und die Decksgang Bienenfleiß mit Bootsmann Ude an der Spitze, Ede Rolf Bombal, Peter Garthoff (Kneipe), Pommerenke, Schmidtl, Schimpf, Bodo, Krähe, E-Mix Adolf, Storekeeper und Frau Bärbel sowie der längste Schwanz der Reederei - ich glaube es war Heidi, oder??? - und die Lehrlinge Palchen und Kuhli. Und da war auch noch Maschke Siggi. Wieder sind viele Namen aus dem Gedächtnis heraus, aber sicher werdet ihr mir, wenn Ihr diese Zeilen lest, auf die Sprünge helfen. 

Über diese Reise weiß ich eigentlich nicht mehr viel, nur, dass sie wohl schön war. Frl. Heidi Schwanz verarztete mich einmal, weil mir bei einer Feier der Feuerlöscher entgegengerast kam. 
Noch eine kleine Begebenheit: Es war mal wieder eine "Bärenparty" (Kammerparty beim Eisbären). Ich war schon früher schlafen gegangen. Mitten in der Nacht kam der Eisbär zu mir, machte mich munter und fragte mich, ob ich ein grünes Pferd kaufen will. Ich warf ihn aus der Kammer, und lachend ging er auch. Gegen 5.00 Uhr wurde ich wieder munter und ging zum Eisbären. Es war alles ruhig. Nun hatte ich einen Gedankenblitz. Ich weckte den Eisbären und sagte ihm, dass ich es mir überlegt habe und das grüne Pferd kaufen wolle, er solle mir den Preis nennen. Diesmal warf er mich aus der Kammer, und daraufhin ging ich nun laut lachend. Solche Begebenheiten sprachen sich natürlich immer schnell auf dem Schiff herum. 

Aber auch die schönste und lustigste Reise ging mal zu Ende.

Eigentlich sollte ich nur ein paar freie Tage abgelten, und ich freute mich auch schon auf die nächste Reise. Aber es kam alles ganz anders. Ich ging zurück an Bord, wollte meine Sachen auspacken und Reisevorbereitungen treffen. Da wurde ich zum Kapitän gerufen, bei dem schon zwei mir unbekannte Herren (Genossen) warteten. Man fragte mich über eine mir vorher sehr nahe stehende Stewardess aus. Anschließend fuhren wir mit meinem ganzen Gepäck zum Haus der Schifffahrt. Dort ging es in den 8. Stock, wo wiederum ein längeres Gespräch folgte. Dabei erfuhr ich, dass die besagte Stewardess Schiff und Republik verlassen hatte. Man hatte ja schon so einiges über die Folgen solcher Vorkommnisse gehört, und mir schwante Böses. Es kam so, wie es kommen musste. Seefahrtsbuch weg - und ich durfte bis auf weiteres wieder nach Hause fahren ... Warten, warten, warten. Seefahrt ade, sollte das wirklich schon alles gewesen sein??? Zu Hause war man auch ganz erstaunt, als ich schon wieder auf der "Matte" stand. Zum Glück hatte ich viele, viele freie Tage, aber trotzdem ging das Warten ganz schön an die Nerven.

Gerhard

   

Unsere DSR-Seefahrt - Kap. 05 - BREITSCHEID: 21.08.2015

   

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