M/S "Radeberg",  - Y5CY -

05.08.1988 - 18.08.1988

Kapt. Otto

Nach vielen Versuchen hat es endlich geklappt, ich darf meine Frau mitnehmen! Zwar nur bis nach England, dafuer aber zweimal.

Am 05. August gegen 14.30 Uhr war Auslaufen, 21.30 Uhr kamen wir in Kiel an, 22.30 Uhr waren wir in der Schleuse, und die Kanalpassage begann. Fuer meine Frau war das alles sehr interessant, was fuer uns alltaeglich war. Was bei Ihr Erstaunen hervorrief, sahen wir schon gar nicht mehr. Fuer uns war z.B. die NOK-Passage etwas Alltaegliches, Maeuschen war nicht von Deck zu bekommen, sie musste alles sehen.

So zwischen 05.00 und 06.30 Uhr des 06. August waren wir in der Schleuse Brunsbuettel, von da ging es die Elbe hinauf nach Hamburg. Etwa 08.00 Uhr waren wir an unserem Liegeplatz fest. Nach dem Mittagessen war Landgang. Ein paar Besatzungsmitglieder, meine Frau und ich fuhren zur Moenckebergstrasse, um unser Westgeld auszugeben. Fuer die „mitreisende Ehefrau” war natuerlich alles sehr neu. Wir liefen durch das Kaufhaus „Karstadt”, vorbei an den schon ueberwaeltigenden Angeboten, und kauften uns einen Fotoapparat. (Den wir noch heute haben und mit dem wir noch immer schoene Fotos machen.) Aber sie war auch erschuettert ueber die Menschen, die vor dem Kaufhaus ihren Lebensunterhalt mit Geigespielen verdienen mussten, oder ueber die Asphaltzeichner und ueber die viele Armut, die es in diesem angeblich so reichen und freien Land gab. Viel zu schnell verging die Zeit, wir mussten wieder zurueck an Bord, denn um 17.00 Uhr war Auslaufen.

Es ging die Elbe hinab an Brunsbuettel vorbei zur Nordsee und weiter nach Denton Wharf (England). Am naechsten Tag nutzten wir die Zeit, um uns Grevesend anzuschauen und durch die kleine Stadt zu spazieren. Am Abend liefen wir wieder aus, es ging zurueck nach Rostock.

Am 12. August begann um 16.00 Uhr die zweite Reise. Wieder ging es durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Hamburg. Diesmal war die Zeit zu knapp, um an Land zu gehen, denn wir waren nur ca. vier Stunden im Hafen.

Danach ging es wie gewohnt nach England. Diesmal nutzten wir die Hafenliegezeit in Grevesend, um in die Hauptstadt Englands zu fahren. Mit dem Zug ging es von Grevesend nach London. Durch London fuhren wir mit der U-Bahn bis zur Station Piccadellicircus. Von da aus machten wir die Stadt unsicher. Zuerst verschafften wir uns einen Ueberblick ueber London bei einer schoenen Stadtrundfahrt mit einem guten, alten, roten Doppeldeckerbus. Danach schlenderten wir noch durch ein paar Strassen der Altstadt, durch den Tower und ueber die Towerbridge sowie etwas an der Themse entlang. Auch an diesem Tag verging die Zeit viel zu schnell, wir mussten wieder zurueck. Muede und „fusslahm” kamen wir wieder bei unserer „Radeberg” an und waren froh, dass unser Schiff noch im Hafen lag.

An diesem Abend liefen wir aus, es ging wieder in umgekehrter Reihenfolge zurueck, am 17. August gegen 21.00 Uhr liefen wir in Rostock ein und damit war die Mitreise zu Ende.

Gemeinsam fuhren wir nach Hause, fuer mich begann die Freizeitabgeltung.

Gerhard

   


www.DSR-Seefahrt.de 14.12.2007 Nach oben ^