M/S "Klosterfelde", - Y5CZ - |
27.02.1988 - 09.04.1988 |
Kapt. Ullrich Hoeft |
|
| Der Urlaub bzw. die Zeit der Abgeltung der freien
Tage ist vorueber, der harte Seefahrtsalltag beginnt
wieder.
Auf dem kleinen Schiff geht alles schneller, egal ob Proviant- oder Treibstoffuebernahme, aber auch Seeklarmachen ging ziemlich schnell. Am Nachmittag waren wir klar zum Auslaufen, und 17.00 Uhr ging es auch los. Wir hatten einen guten Start, denn die Klosterfelde kam schon beladen an, wir setzten also nur die Reise fort und brachten die Ladung (Holz aus Finnland) zu den Bestimmungshaefen. Ab Rostock ging es erst einmal wieder durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) und weiter in die Elbe zur Nordsee. Das Wetter wird schlechter und wir beginnen mit dem Nachlaschen der Decksladung. Am 1. Maerz 1988 gegen 16.30 Uhr hatten wir Quessant BB-Seite querab und Windstaerke 8-9. Das schlechte Wetter blieb uns erhalten, egal ob wir am Cape Finesterre oder Cape Vincente oder an Gibraltar vorbeifuhren, es stuermte. Durch das ganze Mittelmeer ging es nur sehr langsam voran. Am 08. Maerz kamen die ersten griechischen Inseln in Sicht, nun war es nicht mehr weit bis zu unserem ersten Hafen. 05.30 Uhr liefen wir in Patras ein und waren ca. 06.30 Uhr fest, trotz Regen und Hagelschauer. Es war noch nichts mit sonnigem Griechenland. Aber am 10. Maerz hatten wir den ersten Sonnentag. Am naechsten Tag liefen wir aus Patras aus, wie immer zur Mittagszeit. Zur Abendbrotszeit war die Passage durch den Korinth-Kanal. Es war sehr imposant, so zwischen den steilen Felswaenden hindurch zu fahren. Zwischen den Bordwaenden und den Felsen ist nicht viel Abstand. 20.30 Uhr hatten wir die Kanalpassage hinter uns. Wir erreichten die Reede von Piraeus, es hiess erst einmal "Fall Anker". Von Piraeus-Reede bis nach Elefsis war es nur ein Katzensprung. Am 12. Maerz 09.30 Uhr waren wir halb mit BB-Seite fest. Nun geht es Schlag auf Schlag. Am 15. Maerz verlassen wir Elefsis und versegeln nach Saloniki, um einen Tag spaeter um 07.15 Uhr einzulaufen. Zwei Tage danach verliessen wir den Hafen. Da wir den Hafen beizeiten verlassen haben, hatte unser Reiseleiter noch ein Bonbon fuer uns, er blies um 15.15 Uhr zum Mann-ueber-Bord-Manoever. Am 19. Maerz um 08.45 hiess es "Fall BB-Anker", wir hatten die Reede von Adamas (Insel Milos) erreicht. Am Sonntag zur schoensten Coffeetime war Einlaufen. Gegen 16.00 Uhr waren wir mit STB-Seite fest, wieder mal nur halb. In Adamas wurde unser Schiff mit Vulkanasche beladen. Adamas ist ein schoener, kleiner Hafen inmitten der griechischen Inselwelt. In der Freizeit lohnte es sich hier, immer wieder an Land zugehen. Ob zum Rezina trinken oder schoen griechisch zu essen, in die Berge zu wandern, von wo aus man einen herrlichen Ueberblick ueber die Insel Milos und den Ueberblick zu den kleinen Inseln rundherum hatte. Am 23. Maerz 11.00 Uhr legten wir ab, um auf Reede auf die Behoerden zum Ausklarieren zu warten. 13.15 Uhr war es soweit - wir verliessen Adamas (Insel Milos, schade) und somit auch Griechenland, es ging wieder zurueck nach Hause. Entlang an Sizilien und der algerischen Kueste quer durch das Mittelmeer. Um nach Hause zu kommen, mussten wir in Ceuta noch einmal Treibstoff bunkern. Der Aufenthalt dauerte nur wenige Stunden, von 08.00-14.30 Uhr. Wir setzten unsere Reise Richtung Heimat am 29. Maerz 1988 fort. Ostersonntag (03. April 1988) 06.00 Uhr uebernahmen wir den hollaendischen Lotsen, er brachte uns zu unserem Liegeplatz im Rotterdamer Waalhaven. Auch in Rotterdam blieb uns das Verholen nicht erspart (erste Trainingseinheit fuer die Rostocker Hafenliegezeit), wir mussten am 06. April zur Kohlepier am Europort verholen. Schon am naechsten Tag um 08.00 Uhr war Auslaufen aus Rotterdam. Nun ging es endlich Richtung nach Hause, nach Rostock. Es folgten noch einmal die Schleusen und die Kanalpassage. Gegen 22.00 Uhr erreichten wir die Reede von Rostock-Warnemuende. Es war natuerlich kein Liegeplatz frei, wir sollten noch warten. Wir liessen uns treiben und warteten auf den Lotsen. Gegen Mitternacht hiess es Einlaufen, und gegen 01.30 Uhr am 09. April 1988 machten wir laengseits an M/S Karl Marx, Liegeplatz 41A, fest. Damit ging wieder eine von Ulli Hoefts Traumreisen zu Ende. Am 10. stiegen wir ab und gingen in Freizeit. Gerhard
|
|
|
|
||
| < www.DSR-Seefahrt.de | 14.12.2007 | ^ Nach oben ^ |