M/S "Rostock", Typ XD - Y5KE - |
28.07.1982 - 10.12.1982 |
Kapt. Thomson, Kapt. Volker Zausch |
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Am 28. Juli 1982 trafen wir uns in Berlin auf dem (Feldflughafen) Schoenefeld. Ich sollte das
erste Mal fliegen, ich hatte ganz schoen Bammel. Da half nur, einen zu trinken. Wir flogen
von Berlin mit einer TU 124 nach Rom und von da mit einer DC-9 weiter nach Venedig. Dort stieg
unsere kleine Reisegruppe auf M/S "Rostock" auf.
Eigentlich wollte ich auf der "Rostock" alles ruhig angehen lassen, eben einen auf Gast machen. Es haette fast geklappt, aber der Chiefmate (F. Bollmann) kannte mich, und so wurde es nicht ganz eine "Urlaubsreise". Am 30. Juli war Auslaufen. Es ging durch den Suezkanal nach Port Sudan, einem der heissesten Haefen der Welt. Es war auch sehr "warm". 13 Tage verbrachten wir auf Reede, dann Loeschen und Laden in Port Sudan. Es ging weiter in Richtung Persischer Golf (endlich mal wieder Golf) nach Shuaiba - VAE (Vereinigte Arabische Emirate). Acht Tage vergingen bis zum Auslaufen. Von da war es nur ein Katzensprung bis nach Kuwait. Am 1. September um 6.30 Uhr war Shuaiba Auslaufen und 11.00 Uhr war Einlaufen in Kuwait. Nun ging es Schlag auf Schlag: Einlaufen, Auslaufen. Es folgten Dammam und Abu Dhabi. Vom Persischen Golf ging es zurueck, aber nicht nach Hause, sondern in die Werft. Fall Anker, wir waren auf der Reede der Victor-Lenac-Werft in Rijeka (Jugoslawien) angekommen. Es war eine kurze Werftzeit, es ging hauptsaechlich darum, uns vom Unterwasserbewuchs zu befreien und einen neuen Unterwasseranstrich aufzubringen. In Rijeka war wieder Besatzungswechsel. Ein Teil der Stammbesatzung kam zurueck, unter anderem auch der Stammkapitaen V.Z. Ich bin nicht so richtig mit ihm klar gekommen, aber er brachte mir spaeter, an unserem Absteigetag, meinen Koffer zum Bus. Das war natuerlich ein Versehen, aber alle freuten sich, dass der "grosse" Kapitaen dem "kleinen" Kabelede seinen Koffer schleppte. Ich habe nach wie vor grosse Achtung vor Kapitaen V.Z., nicht nur, weil er heute noch als Kapitaen zur See auf einem Aida-Schiff faehrt. Von Rijeka bis nach Triest (Italien) war es nicht weit, sodass wir von Reede zu Reede nur ein paar Stunden benoetigten. Knapp einen Tag waren wir in Triest, dann versegelten wir nach Venedig. Weiter ging es nach Ravenna. Am 22. Oktober 1982 war Auslaufen in Richtung Persischer Golf. Wieder ging es durch den Suezkanal. Unser erster Hafen war Fujairah, dann Dammam, Kuwait und zurueck durch den Suezkanal nach Venedig. Der November war fast vorueber, als es eines Tages "19.30 Uhr Auslaufen" hiess. Es ging wieder nach Triest, dann nach Ravenna. Hier wurde unser Schiff fuer die naechste Reise vorbereitet, das hiess Ausruestung und Proviant uebernehmen, Lasten aufklaren und alles fuer die Uebergabe bereitzumachen. Fuer mich und noch einige Besatzungsmitglieder ging die Einsatzzeit auf M/S "Rostock" zu Ende. Der 9. Dezember war unser Rueckreisetag in die Heimat. Ein Bus brachte uns von Ravenna nach Milano, von dort flogen wir mit der Interflug zurueck nach Berlin-Schoenefeld. Ich fuhr nach Hause nach Halle/S. zu meiner kleinen Familie. Es sollte in diesem Jahr klappen, dass ich das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel zu Hause verbringe. Meine freien Tage reichten bis in den Maerz. Am 21.Maerz 1983 begann mein Springereinsatz auf M/S "Frankfurt/Oder". Ich will nicht vergessen zu erzaehlen, dass im Ueberseehafen fast jeden Tag Verholen angesagt war, aber das weiss ja der geneigte Leser. Langsam wollte ich aber wieder ein Stammschiff, nicht allzu lange Reisen, so zwischen drei bis vier Monate. Mindestens einmal pro Woche war ich in der Faultierfarm (Arbeitskraeftelenkung). Endlich war Licht am Horizont. Bei Frau Wagner (Kruemel) fand ich ein offenes Ohr. Wir sind einst auf M/S "Voelkerfreundschaft" gemeinsam gefahren. Mein neues Schiff sollte die "Pasewalk" werden. Wer einmal fliegt, fliegt wohl oefters und wer einmal im Persischen Golf war, den laesst der Golf auch nicht so schnell los. Es waren keine schlechten oder gar langweiligen Reisen. Ich habe mir deshalb wohl nie einen VW-Golf gekauft. Gerhard
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