M/S "Karl Marx", Schnellfrachter - DDXA - |
26.05.1976 - 29.09.1976 |
Kapitaen Hans W. Sass |
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Ich war nicht der einzige Neuaufsteiger. Der Bootsmann ("Bulleylookmann") sagte zu
uns Neuen: "Am besten, Ihr fasst hier nichts an. Luken auf und zu, Doppelkran drehen und
Ladegeschirr macht alles die Stammbesatzung." Uns kam die ganze Technik auch nicht ganz
geheuer vor - tausende von Schalterchen, Hebelchen und Knoepfchen.
Wir Neuen waren
Alttonnage und Handarbeit gewohnt. Nun wieder ein paar Mitreisende: Kapitaen war Hans W. Sass, I.NO. Raschkowski, FO. Stoll, Maschine II.ING. Hille, mit Ehefrau, sonst??? An Deck Bootsmann Hanyda (?) oder so aehnlich. Dann war noch Sonnenstuhl (von der "V1"), Kuehnel, Baran, Kiki, Ulli. Stewardessen waren Biggi und Gitti. Alle anderen sind aus dem Gedaechtnis verschwunden. 27. Mai: Auslaufen Rostock. Da es Schwierigkeiten mit der Hydraulik gab (die Luken oeffneten nicht so, wie sie sollten), waren die Werftleute die Letzten, die von Bord gingen und in Hamburg die ersten, die an Bord kamen. Nach Hamburg "versegelten" wir weiter nach Bremerhaven, dann folgte Antwerpen. Dort fiel uns der Scherstock von Luke 5 auf die Pier. Juergen Baran und ich mussten deshalb an der Pier Pflasterarbeiten ausfuehren. Von Antwerpen ging es nach Rotterdam. Dort lief auch etwas schief. Es sollten vom Kran die Motoren gewechselt werden. Irgendwie machten sich die Kranausleger selbstaendig, einer fiel auf den anderen und beide auf die Luke. So lagen wir vom 4. bis 11. Juni in Rotterdam. Was sich natuerlich positiv auf den Landgang auswirkte. Da Pfingsten dazwischen lag, hatte man mal richtig Zeit, sich Rotterdam anzusehen. Nun begann endlich die Ueberfahrt. Der ganz normale Bordalltag holte uns ein. Entrosten, malen, labsalben usw. Ab und an ein Bar- oder Grillabend. Nach dem Suezkanal ging es nach Singapore, Bangkok, Hongkong (mit einem laengeren Aufenthalt), weiter nach Yokohama, Kobe. Dann die Rueckreise, Hongkong, Port Kelang, Suezkanal. Kurz vor Malta wollte "Balduin Sulzer", unsere Hauptmaschine, nicht mehr. Wir mussten die Werft in La Valetta auf Malta anlaufen. "Balduin" wurde wieder in Ordnung gebracht, und auch hier hatten wir viel Zeit, an Land zu gehen. Eine kleine Begebenheit aus diesen Tagen will ich mal zum Besten geben. Wir waren mal wieder auf der Insel, der Wein und der Whisky waren nicht zu verachten und auch recht preiswert. Deshalb wurde es wieder sehr frueh. Jedenfalls wurden am Morgen Seeleute zum Blutspenden gesucht, denn ein sowjetischer Matrose war verunglueckt. Natuerlich waren alle Besatzungsmitglieder zum Spenden bereit. Das Blut einiger Zecher wurde auch genommen ... Leider erfuhren wir nie, wie das dem sowjetischen Seemann bekam - schade. Fuenf Tage spaeter ging es weiter, ueber Westeuropa wie gehabt nach Rostock. Nach 115 Tagen war die "Traumreise" zu Ende. Am 29. September 1976, nach der 0-8-Wache, war mein Gastspiel auf dem Schnellfrachter M/S "Charlie Murks" zu Ende. Es folgte wieder Abgeltung freier Tage. Ich wusste auch schon, wann und wo ich wieder aufsteigen werde. Mit diesem beruhigenden Wissen fuhr ich nach Hause. Gerhard
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