Wie Gerhard zur Seefahrt kam
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1970
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| Durch die schoenen bunten
Ansichtskarten meiner Schwester (sie fuhr auch bei der DSR zur
See) wurde mein Interesse an der Seefahrt geweckt. Also schrieb
ich eine Bewerbung. Nach langer Wartezeit musste ich mich wie wohl
alle Bewerber aus Thueringen in Erfurt in der Kettenstrasse 8
melden. Wie es bei so einer Bewerbung war: Frage- und Antwortspiel
und der Film "Wasser hat doch Balken" (Wie man heute
sagen wuerde, ein Actionfilm in Sachen Bootsmanoever). Ohne eine
Information, wie es weiter geht, fuhr ich wieder nach Hause und
ging weiter in mein Weimar-Werk zur Arbeit. Es vergingen
Fruehjahr, Sommer, Herbst, und dann ging alles ploetzlich sehr
schnell. |
| Am 7. Dezember 1970
hiess es: "Tschuess Mellingen, tschuess Thueringen." |
| Uebermuedet kam ich in Rostock an.
Gleich ging es weiter zum Haus der Schifffahrt. Uns wurde noch
einmal die Seefahrt schmackhaft gemacht und nach vielem
Organisatorischen - wir wurden schon auf die Flottenbereiche
aufgeteilt (ich nach Asien-Amerika) - bestiegen wir die Busse und
fuhren nach Rerik. In Rerik wurden wir auf die Bungalows
verteilt, dann wieder Organisatorisches: Essenszeiten, Nachtruhe,
Schulzeiten.

Anfang Dezember 1970 im Ostseebad Rerik zum Lehrgang
Am anderen Tag begann die Ausbildung zum Rettungsbootsmann und
Feuerschutzmann. Leider weiss ich nicht mehr den Namen des
Ausbilders, der uns mit folgenden Worten begruesste: "Sie
sind einer von tausenden Ausgesuchten, die unsere Deutsche
Demokratische Republik und unsere Deutsche Seereederei im Ausland
vertreten duerfen."
Ich sollte meine Ausbildung nicht beenden, weil ich gebraucht
wurde. Ich war mit einer der Ersten, die den Lehrgang verliessen -
ohne Pruefung.
Gerhard
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